Gekommen, um zu bleiben: Wissenschaftsrat bestätigt private Hochschulen als festen Bestandteil der deutschen Hochschullandschaft

Fast 400.000 Studierende an 116 privaten Hochschulen und ein klarer Befund des Wissenschaftsrates: Private Hochschulen haben ihren festen Platz im deutschen Hochschulsystem gefunden. Was vor wenigen Jahrzehnten noch als Randerscheinung oder im besten Fall Ergänzung zum staatlichen Hochschulwesen galt, trägt heute maßgeblich dazu bei, akademische Bildung vielfältiger, flexibler und für eine breitere Zielgruppe erreichbar zu machen. Eine bemerkenswerte Entwicklung, die der Wissenschaftsrat in seinen aktuellen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des privaten Hochschulsektors würdigt.

Der Verband der Privaten Hochschulen e. V. (VPH) begrüßt die umfassende Analyse ausdrücklich, denn sie bestätigt die gewachsene Bedeutung privater Hochschulen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und beschreibt zugleich die Aufgaben, die den Sektor in den kommenden Jahren begleiten werden.

Von der Alternative zum etablierten Bestandteil

Private Hochschulen prägen die deutsche Hochschullandschaft heute stärker denn je. Inzwischen entscheidet sich rund jeder achte Studierende für ein Studium an einer privaten Hochschule. Dabei ist die Auswahl groß, denn inzwischen befindet sich mehr als jede vierte Hochschule in privater Trägerschaft. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, denn hier studiert bereits fast jeder Dritte an einer privaten Einrichtung.

Diese Zahlen stehen für so viel mehr als Wachstum. Sie zeigen, dass private Hochschulen Bildungsangebote schaffen, die den gesellschaftlichen Wandel aufgreifen und Menschen erreichen, deren Lebensrealität häufig flexible Studienmodelle erfordert. Berufsbegleitendes Studieren, digitale Lehrformate oder akademische Weiterbildung gehören längst ganz selbstverständlich zum Bildungsangebot vieler privater Hochschulen.

Vielfalt als Stärke

Der Wissenschaftsrat beschreibt den privaten Hochschulsektor als heterogen. Für den VPH ist genau diese Vielfalt eine seiner größten Stärken.

Fernhochschulen, die zeit- und ortsunabhängige Bildung bieten, spezialisierte Gesundheitshochschulen, Business Schools oder international ausgerichtete Universitäten verfolgen unterschiedliche Profile und sprechen damit ebenso unterschiedliche Zielgruppen an. Gemeinsam erweitern sie die Möglichkeiten akademischer Bildung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftequalifizierung sowie zur Innovationskraft des Hochschulsystems.

Private Hochschulen müssen heute niemandem mehr erklären, warum es sie gibt. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, welchen Beitrag wir gemeinsam für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft leisten können", ist Ulrich Freitag, Geschäftsführer des Verbandes der Privaten Hochschulen e. V., überzeugt.

Erfolg verpflichtet

Mit seiner Analyse verbindet der Wissenschaftsrat zugleich klare Empfehlungen, wie zum Beispiel die Aufgabe Forschung, wissenschaftliche Vernetzung, Transferleistungen und langfristig tragfähige Strukturen weiter zu stärken. Für den VPH ist das kein Widerspruch zur positiven Entwicklung des privaten Hochschulsektors, sondern Ausdruck eines gewachsenen Anspruchs.

Wer Verantwortung übernimmt, muss bereit sein, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Viele unserer Mitgliedshochschulen investieren seit Jahren gezielt in Forschung, Qualitätssicherung und internationale Kooperationen. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates verstehen wir deshalb als gemeinsame Agenda für die Zukunft", so VPH-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Ottmar Schneck.

Gemeinsam die Zukunft der Hochschulbildung gestalten

Der Verband der Privaten Hochschulen vertritt heute 87 der insgesamt 116 privaten Hochschulen in Deutschland und repräsentiert damit den überwiegenden Teil des privaten Hochschulsektors.

Für den VPH steht fest, dass die Zukunft der Hochschulbildung im Zusammenspiel unterschiedlicher Hochschultypen, Profile und Perspektiven gestaltet wird. Private und staatliche Hochschulen verfolgen einen gemeinsamen Bildungsauftrag und leisten auf unterschiedliche Weise ihren individuellen und wichtigen Beitrag für Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft.

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates greift der Verband gemeinsam mit seinen Mitgliedshochschulen auf. Ziel bleibt es, akademische Bildung für möglichst viele Menschen erreichbar zu machen und den privaten Hochschulsektor als starken Partner innerhalb des deutschen Wissenschaftssystems weiterzuentwickeln. Denn Bildung lebt von Vielfalt und Vielfalt lebt von Menschen, die neue Wege gehen. Genau dabei wollen wir unsere Mitgliedshochschulen auch künftig begleiten und unterstützen.

Weiterführende Einordnung

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates markieren einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung des privaten Hochschulsektors. Der Verband der Privaten Hochschulen e. V. hat die zentralen Aussagen in einer ausführlichen Stellungnahme eingeordnet und ergänzt.

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