Niederländisches Fachmagazin interviewt NBS-Absolventin: Wie kann Software Fehler im Krisenmanagement verhindern?

Northern Business School - University of Applied Sciences

Krisensoftware kann mit ziemlicher Sicherheit helfen, zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen und Fehler zu vermeiden, so das Resümee der Bachelorarbeit von Rike Otto im Studiengang Sicherheitsmanagement an der NBS Northern Business School – University of Applied Sciences in Hamburg. Das Besondere an ihrer Arbeit: Durch Unterstützung des niederländischen Krisenmanagementsoftwareunternehmens Merlin konnte sie den Stand der Forschung zu Entscheidungsfehlern mit den konkreten Möglichkeiten einer Software zusammenführen. Auf welche Weise eine Software bei der Entscheidungsfindung in einer Krise helfen kann, berichten die Absolventin und Studiengangleiter Prof. Dr. André Röhl in einem Interview auf DeCrisismanager.nl. Im Folgenden ein Auszug aus dem Gespräch.

Wie sind Sie an diese Recherche herangegangen?

Rike Otto: "Zunächst habe ich untersucht, was oft zu Fehlern bei der Entscheidungsfindung führt. Viele Fehler werden dadurch verursacht, dass die Situation zu komplex ist. Es gibt zu viele Variablen, die es den Mitgliedern des Krisenstabs erschweren, sich ein gutes Bild von der Lage zu machen. Viele Fehler entstehen also, weil Teammitglieder ein unvollständiges Lagebild haben, sich die Lage unerwartet stark verschlechtert, die Entscheidungen nicht der veränderten Situation entsprechen oder weil die Mitglieder des Krisenstabs dem Stress und der Ermüdung nicht standhalten können. Nach dieser Analyse habe ich mir angeschaut, inwieweit das mit einer Krisenmanagementsoftware gelöst werden kann."

Und was war Ihr Fazit? Welche Elemente können mit Krisenmanagementsoftware gelöst werden?

Prof. Dr. Röhl: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Krisenmanagementsoftware sehr wahrscheinlich helfen kann, Informationen besser zu verarbeiten und in komplexen Situationen bessere Entscheidungen zu treffen. Um ein Beispiel zu nennen: Während einer Krise müssen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden. Es kann vorkommen, dass die ausführende Person eine Anweisung falsch verstanden hat. Dadurch wird ein Arbeitsauftrag, der für zwei Stunden geplant war, bereits nach drei Minuten abgeschlossen. Diese zeitliche Abweichung ist ein Signal dafür, dass entweder das Teammitglied die Aufgabe nicht richtig ausgeführt hat oder aber der Krisenmanager ein falsches Bild von der Situation hatte und die Auftragserteilung somit bereits fehlerhaft war. Über eine Software können solche Abweichungen visualisiert werden. Dies ist ein Hinweis darauf, ob alle das gleiche Verständnis von der Lage haben.

Auch in anderen Bereichen kann Software helfen, die Komplexität besser in den Griff zu bekommen. Die Krisenmanagementsoftware kann helfen, Entscheidungsverläufe nach einer systematischen Entscheidungslogik zu strukturieren. Die Software bietet in diesem Fall eine Anleitung für Personen, die wenig oder gar keine Erfahrung mit derartigen Entscheidungsprozessen haben."

Können Sie ein weiteres Element nennen, bei dem die Software hilft, bessere Entscheidungen zu treffen?

Rike Otto: "Wir haben auch festgestellt, dass viele Fehler gemacht werden, weil die Mitglieder des Krisenstabes zu müde oder zu gestresst sind. Auch hier kann die Software hilfreich sein, da sie helfen kann, das Arbeitsaufkommen aber auch das Müdigkeits- oder Stressniveau von Menschen zu monitoren und auf Basis dessen zu empfehlen, bestimmte Teammitglieder zu entlasten."

Das gesamte Interview ist auf DeCrisismanager.nl nachzulesen. Die niederländische Website, veröffentlicht von Yaw Media, verfolgt das Ziel, Kollegen der Branche miteinander in Kontakt zu bringen. Die Gründer von Yaw Media, Pieter Jongkind und René de Jong verfügen über langjährige Erfahrung im Krisenmanagement.

Die NBS Northern Business School – University of Applied Sciences ist eine staatlich anerkannte Hochschule, die Vollzeit-Studiengänge sowie berufs- und ausbildungs-begleitende Studiengänge in Hamburg anbietet. Zum derzeitigen Studienangebot gehören die Studiengänge Betriebswirtschaft (B.A.), Sicherheitsmanagement (B.A.), Soziale Arbeit (B.A.), Business Management (M.A.) und Real Estate Management (M.Sc.).

Ihr Ansprechpartner für die Pressearbeit an der NBS Hochschule ist Frau Kathrin Markus (markus@nbs.de). Sie finden den Pressedienst der NBS mit allen Fachthemen, die unsere Wissenschaftler abdecken, unter www.nbs.de/die-nbs/presse/expertendienst.

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