Preisträger:innen des VPH-Innovationspreis 2024

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Verbandes der Privaten Hochschulen (VPH) wurde 2024 erstmals der VPH-Innovationspreis verliehen. Die Finalisten zeigen eindrucksvoll, wie Private Hochschulen neue Wege gehen, um Lehre, Forschung und den Wissenstransfer zu optimieren. Ihre Projekte setzen Maßstäbe in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Hier stellen wir Ihnen die Preisträger:innen 2024 und ihre innovativen Konzepte vor:

Kategorie "Lehre, Didaktik & Student Experience"

  • Platz 1: „POOLHAUS – Die Werkstatt für Deine Ideen“ - Rheinische Hochschule Köln

    Mit dem POOLHAUS hat unsere Hochschule eine moderne Kreativwerkstatt geschaffen, die Studierenden Raum für eigene Ideen, Experimente und Prototypen bietet. Auf rund 400 m² verbindet das POOLHAUS eine offene, inspirierende Arbeitsumgebung mit hochwertiger technischer Ausstattung – darunter 3D-Drucker, Laserschneider, Fräsmaschinen, Elektronikarbeitsplätze und vieles mehr.

    Studierende können hier eigene Projekte umsetzen, unterstützt durch erfahrene Mitarbeitende, die bei Technik, Ideenentwicklung und Umsetzung zur Seite stehen. Materialien und Werkzeuge werden kostenfrei bereitgestellt, um finanzielle Hürden abzubauen.

    Das POOLHAUS ist zudem fester Bestandteil ausgewählter Lehrveranstaltungen, die projektbasiertes Lernen und den inverted Classroom kombinieren. So wird Theorie praxisnah erlebbar und Lernen durch eigenes Tun gefördert – kreativ, kollaborativ und zukunftsorientiert.

  • Platz 2: „Euro-FH Game Lab“ - Europäische Fernhochschule, Hamburg

    Das Game Lab ist eine innovative, virtuelle Lernumgebung für den Fernstudiengang Game Production, die praxisnahes, interaktives und gemeinschaftliches Lernen ermöglicht – ortsunabhängig und flexibel.

    Über eine Kombination aus Moodle (für Lehrinhalte) und Discord (für Austausch, Teamarbeit und gemeinsames Testen) werden Studierende aktiv in alle Phasen der Spieleentwicklung eingebunden. Das Game Lab stellt dafür eine breite Auswahl an Tools, Lizenzen, Game Engines und Ressourcen zur Verfügung – ergänzt durch Fachvorträge und eine virtuelle Bibliothek.

    Ziel ist es, räumliche Barrieren zu überwinden, praktische Lernerfahrungen zu schaffen und die Vernetzung unter Studierenden sowie mit der Branche zu fördern. Erste Prototypen sind bereits entwickelt, der Rollout startet im Sommer 2024. Das Game Lab begleitet die Studierenden als fester Bestandteil durch das gesamte Studium.

  • Platz 3: „AiJAX for Distance Learning / KI-Unterstützung im Fernstudium“ - Hochschule Fresenius Fachbereich Onlineplus

    AiJAX for Distance Learning ist eine KI-gestützte Anwendung zur Unterstützung von Fernstudierenden im Modul Produkt- und Prozessmanagement im Master Wirtschaftsingenieurwesen. Sie hilft beim Verfassen von Hausarbeiten – besonders in der frühen Phase der Themenfindung und Strukturierung.

    Die Software kombiniert Tools wie ChatGPT, Whisper (Spracheingabe), DeepL (Übersetzung) und DALL·E (Bildgenerierung) und ermöglicht über eine intuitive Oberfläche die Nutzung modulspezifischer Lernmaterialien sowie allgemeiner KI-Funktionen. Studierende erhalten Unterstützung bei Recherche, Gliederung, Schreiben, Zusammenfassung, Übersetzung und Archivierung. Eine Ausweitung auf weitere Module ist geplant. Ziel ist es, das wissenschaftliche Arbeiten im Fernstudium effizienter und interaktiver zu gestalten.

Kategorie "Forschung, Innovation & Hochschulentwicklung"

  • Platz 1: „mPower 2.0: Künstliche Intelligenz als Wegbereiter zur Transformation der Hochschule Macromedia“ - Hochschule Macromedia

    Die Hochschule Macromedia treibt mit dem Projekt „mPower 2.0“ die ganzheitliche Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Studium, Lehre und Organisation voran. Ziel ist es, Lehren, Lernen und Hochschulstrukturen nachhaltig an die Potenziale von KI anzupassen. Kern des Projekts sind vier Bausteine: die freigegebene KI-Nutzung für Studierende, die Integration von KI in das Learning Management System, ein neues Rollenmodell für Professor:innen sowie die Weiterentwicklung der Studiengangsarchitektur hin zu flexiblen, individualisierbaren Lernpfaden.

    Studierende können KI-Tools seit 2023 aktiv in Prüfungsleistungen nutzen; gleichzeitig wurden Weiterbildungen für Lehrende und Studierende etabliert. In der Lehre unterstützt KI über Blackboard die Erstellung von Inhalten und Aufgaben. Professor:innen erhalten mehr Gestaltungsfreiheit durch ein neues Performance-Modell, das individuelle Schwerpunkte ermöglicht. Ab 2025 starten erste Studiengänge mit modular wählbaren Lernpfaden, ergänzt durch Learning Analytics.

    „mPower 2.0“ steht für eine zukunftsfähige, effiziente und nachhaltige Hochschulbildung – sozial durch individuelle Lernwege, ökologisch durch ressourcenschonende Digitalisierung und ökonomisch durch optimierte Prozesse. Als Teil der Bildungsgruppe Galileo Global Education setzt die Hochschule damit international Maßstäbe in der KI-gestützten Hochschulentwicklung.

  • Platz 2: „Systematisches und softwarebasiertes Innovationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University“ - SRH Fernhochschule

    Die SRH Fernhochschule entwickelt mit ihrem Projekt ein softwaregestütztes Innovations- und Trendmanagement, um frühzeitig relevante Entwicklungen zu erkennen und gezielt neue Bildungsangebote zu gestalten. Im Zentrum steht die Einführung der Software Trendone, die Trendrecherche, Bewertung und Ideengenerierung systematisch unterstützt.

    Nach einer erfolgreichen Pilotphase 2023 wird der Prozess 2024 auf weitere Themen und Bereiche wie HR oder Student Services ausgeweitet. Der strukturierte Ablauf umfasst Trendresearch, Workshops, Ideenevaluation sowie eine zentrale Datenbank für Trendwissen. Langfristig soll das System durch KI-basierte Tools ergänzt und ein Trendexpert:innen-Netzwerk aufgebaut werden.

    Ziel ist ein ganzheitlicher Innovationsprozess, der alle Bereiche der Hochschule einbindet, effizient neue Ideen hervorbringt und die strategische Ausrichtung nachhaltig stärkt.

  • Platz 3: „NagaNectar – Wirtschaftliche Innovation durch angewandte Wissenschaft“ - Gisma University of Applied Sciences
    Ein interdisziplinäres Team der Gisma University of Applied Sciences (Deutschland) und des Climate Studies and Knowledge Solutions Centre (Indien) entwickelt mit „NagaNectar“ ein nachhaltiges, ethisch faires Startup zur Produktion und Vermarktung von hochwertigem Honig aus Nordostindien, einer global bedeutenden Biodiversitätsregion. Das Projekt, das bereits mehrere Auszeichnungen erhalten hat, zielt darauf ab, die lokale Honigproduktion in Nagaland durch Standardisierung, Premium-Branding und enge Zusammenarbeit mit etwa 230 Imkerverbänden zu skalieren. Dabei wird Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit gelegt, etwa durch Förderung der Biodiversität und Bildungsangebote zur Imkerei in Indien und Deutschland. Die Einführung des Produkts ist für Herbst 2024 geplant, mit einer Testphase bis August 2024 und anschließender Skalierung. Unterstützt wird das Projekt wissenschaftlich und politisch, insbesondere durch den Diaspora-Bezug und europäische Qualitätsstandards, um den Honig international erfolgreich zu vermarkten. „NagaNectar“ steht exemplarisch für eine innovative, internationale Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Praxis.