Preisträger:innen des VPH-Innovationspreis 2025

Mit ihren zukunftsweisenden Projekten demonstrieren die Finalisten des Jahres 2025 eindrucksvoll, wie Private Hochschulen den Wandel aktiv mitgestalten. Ob durch innovative Lehrkonzepte, nachhaltige Forschungsvorhaben oder kreative Formen des Wissenstransfers – ihre Beiträge zeigen, wie engagiert und wirkungsvoll Private Hochschulen neue Impulse in einer sich verändernden Bildungslandschaft setzen. Besonders im Fokus stehen digitale Transformation, gesellschaftliche Verantwortung und das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen.

Hier stellen wir Ihnen die Preisträger:innen 2025 und ihre innovativen Konzepte vor:

Kategorie "Lehre, Didaktik & Student Experience"

  • Platz 1: „Multinational Action Learning Academy (MALA)“ - CBS University of Applied Sciences

    Die Multinational Action Learning Academy (MALA) ist ein gemeinsames Lehrprojekt von Hochschulen aus Deutschland, Polen und den Niederlanden. Ziel ist es, Studierenden durch interkulturelle Teamarbeit an realen Unternehmensprojekten praxisnahes und internationales Lernen zu ermöglichen.

    Das Programm kombiniert Online-Phasen und eine Präsenzwoche in Krakau. Im Pilotprojekt entwickelten Studierende Strategien zur Förderung von Leitungswasserkonsum im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit. MALA fördert interkulturelle Kompetenzen, Teamarbeit, Problemlösungsfähigkeit und Kommunikation – und stärkt gleichzeitig die europäische Zusammenarbeit in der Hochschulbildung.

  • Platz 2: „Statistics with your hands – LEGO Serious Play in der psychologischen Methodenausbildung“ - Hochschule Fresenius, München

    Im Masterstudiengang Psychologie wurde mit LEGO Serious Play gezeigt, wie komplexe und oft als angsteinflößend empfundene Themen wie statistische Verfahren spielerisch und interaktiv vermittelt werden können. Dieses innovative Format fördert nachhaltigen Lernerfolg und macht Lernen motivierend und angstfrei.

    Positive Evaluationen und hohe Studierendenzufriedenheit bestätigen den Erfolg der Methode. Eine dauerhafte Integration ins Curriculum sowie die Ausweitung auf weitere Jahrgänge sind geplant. Zudem wird das Format intern an der Hochschule Fresenius weiterverbreitet und wissenschaftlich aufgearbeitet.

  • Platz 3: „KI-ENNA: (E)in (N)euronales (N)etz zum (A)usprobieren“ - FOM Hochschule für Oekonomie & Management

    KI-ENNA ist ein innovatives, didaktisch ausgerichtetes Open-Source-Tool, das Künstliche Intelligenz (KI) auf günstige Microcontroller bringt. Es ermöglicht Lernenden, die Funktionsweise von Deep Learning und neuronalen Netzen praxisnah und transparent zu verstehen – ganz im Sinne von Explainable AI.

    Im Unterschied zu vielen Black-Box-Lösungen zeigt KI-ENNA alle Bausteine nachvollziehbar und anpassbar: Aktivierungsfunktionen, Layer, Parameter und Hyperparameter können direkt verändert und selbst trainiert werden – umgesetzt in MicroPython auf einem Raspberry Pi Pico. So lernen Nutzer:innen nicht nur die Theorie, sondern setzen sie direkt in die Praxis um – mit Ergebnissen, die High-Performance-Anwendungen ebenbürtig sind.

    KI-ENNA eignet sich ideal für den Einsatz in Hochschulen, beruflichen und allgemeinbildenden Schulen, um KI von Grund auf verständlich zu vermitteln und die Kompetenzen für EdgeAI- und Embedded Systems-Anwendungen zu fördern – etwa in Robotik, Diagnostik oder Automatisierung.

Kategorie "Forschung, Innovation & Hochschulentwicklung"

  • Platz 1: „PatientenUniversität Brandenburg“ - Medizinische Hochschule Brandenburg
    Die PatientenUniversität Brandenburg stärkt die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung – verständlich, praxisnah und gemeinsam mit Betroffenen. In kostenfreien Veranstaltungen vermitteln Expert*innen verlässliches Gesundheitswissen, fördern Austausch und ermöglichen Mitgestaltung. Das Projekt setzt auf Beteiligung, Barrierefreiheit und regionale Vernetzung. Es wird wissenschaftlich begleitet und kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Platz 2: „FAST: Fernstudium und Alltag: Spielerisch testen“ - APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft

    Das Projekt FAST (Förderung akademischer Selbstidentifikation durch Training) setzt bei einem oft übersehenen Aspekt von Bildungsgerechtigkeit an: der Selbstwahrnehmung von Studierenden ohne Abitur. Viele von ihnen empfinden sich weniger als „richtige“ Studierende – ein Gefühl, das den Studienerfolg negativ beeinflussen kann.

    FAST zielt darauf ab, diese implizite Selbststereotypisierung mithilfe eines innovativen App-basierten Trainings zu verändern. Die Anwendung basiert auf einem wissenschaftlich fundierten „Approach-Avoidance-Training“ (AAT), bei dem Nutzer*innen spielerisch positive, studienbezogene Inhalte „an sich heranziehen“. Ziel ist es, die Identifikation als Studierende zu stärken und damit Studienabbrüche zu reduzieren.

    Die App wird derzeit in einer Studie getestet und soll nach Abschluss allen Studierenden frei zur Verfügung stehen. Damit leistet FAST einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit im Bildungssystem, insbesondere für beruflich Qualifizierte ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung.

  • Platz 3: „Überarbeitung des Bewerberportals als strategisches Werkzeug zur internationalen Studierendengewinnung“ - CODE University of Applied Sciences

    Die CODE hat mit apply.code.berlin ein innovatives Bewerberportal entwickelt, das Technik, Design und Nutzerfreundlichkeit vereint. Entstanden in Zusammenarbeit mit Studierenden, spiegelt es die Werte und den praxisnahen Ansatz der Hochschule wider.

    Das Portal bietet eine intuitive Oberfläche, interaktive Funktionen wie eine wachsende Studierendenausweiskarte sowie eine visuelle Prozessführung. Es ist mehrsprachig, flexibel nutzbar und wurde gezielt auf internationale Bewerber:innen ausgerichtet. Integrierte Analysetools ermöglichen die kontinuierliche Optimierung des Bewerbungsprozesses.

    Seit dem Launch sind Nutzerzahlen und Abschlussraten deutlich gestiegen. Das Portal stärkt die Identifikation mit der CODE bereits vor Studienbeginn und unterstreicht ihren Anspruch, Bildung innovativ, digital und nutzerzentriert zu gestalten.

  • Platz 4: „Resilientes Transformationsmanagement zur Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie (ReTraKT)“ - FOM Hochschule für Oekonomie & Management, Hochschulzentrum Aachen

    Das Projekt ReTraKT setzt sich mit der dringend notwendigen Transformation der Textilindustrie von einer linearen zu einer zirkulären (Kreislauf-)Wirtschaft auseinander. Ziel ist es, textile Abfälle zu minimieren, Produkte langlebiger zu gestalten und Ressourcen effizient wiederzuverwenden. Dabei geht ReTraKT über rein technologische Ansätze hinaus und fokussiert sich auf prozessorientierte, arbeits- und managementwissenschaftliche Perspektiven.

    Im Zentrum steht der Ansatz der systemischen Resilienz – also die Frage, wie textile Wertschöpfungsketten auch unter schwierigen Bedingungen funktionsfähig und nachhaltig gestaltet werden können. Dafür entwickelt das Projekt einen Resilience Engineering-Methodenkoffer, der in internationalen Unternehmensszenarien praktisch erprobt wird.

    Ein weiterer Projektschwerpunkt ist die Entwicklung einer digitalen „Design for Recycling“-Plattform, die textile Unternehmen bei der konkreten Umsetzung kreislaufwirtschaftlicher Prozesse unterstützt und europäische Kooperationen fördert.